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Waldfräulein oder Ritter und Adept : romantische Sage der Vorzeit / von Eduard Breier
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zelte, und ſprach: Du biſt ein holdes Mägdlein, aber wenn Du im Walde zu Hauſe, was ſuchſt Du hier in der Freiung, warum wandelſt Du immer alleine herum, wie ein Schäflein das den Wolf fürchtet?

Ich habe Niemanden zu fürchten! verſetzte die Taube. Iſt Dein Vater wahrſcheinlich ein mächtiger Herr?

Ein ſehr mächtiger!

Du biſt alſo ein Fräulein? Ja, das bin ich!

Und Dein Name?

Das Mägdlein ſah mich an und ſchwieg. Ich mochte nun anſtellen, was ich wollte, ſie ſagte mir den Namen nicht; ſondern ſprach: wenn ich ihren Namen erfahren wolle, ſo möge ich ſie im Gebirge aufſuchen, da würde ich nicht nur dieſen, ſondern auch noch mehr von ihr erfahren; ſie ſei ein gar mächti⸗ ges Fräulein, und ihr Vater ein hoch und weitge⸗ biethender Herr, der ihr viel zu Liebe thue, ſie könne es mir zwar nicht gewiß verſprechen, aber ſie glaube, es würde mein Glück ſein. Bei dergleichen Reden muß Einem wahrhaftig das Herz hochaufklopfen, denn das heißt doch Einem die Seligkeit auf der Schüſſel entgegen tragen. Hanns Poſtl iſt nicht dumm, er griff zu. So viel iſt deutlich abzumerken, das Fräu⸗ 2