Druckschrift 
Waldfräulein oder Ritter und Adept : romantische Sage der Vorzeit / von Eduard Breier
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

zu vergeuden, ſie iſt ein koſtbar Gut, mit allen Schä⸗ tzen der Erde vermag man keine einzige Minute zu⸗ rück zu kaufen.

Ihr habt Recht, frommer Vater, und Ihr werdet Keinen in ganz Würflach finden, der ſeine Stunden ſo verwendet wie ich; ich arbeite, bethe, und arbeite wie⸗ der doch Ihr wollet was Anderes wiſſen, und das ſoll geſchehen. Höret alſo: Mir läuft eine Dirne nach!

Euch? fragte der Greiſe ungläubig.

Findet Ihr dieß auffallend? bin ich nicht ein ſchmu⸗ cker Junggeſelle? hab' ich nicht ein ſtattliches Geſicht, und bin kaum fünf und zwanzig Jahre alt; was die kleine Glatze belangt, du lieber Himmel! das iſt eine beſondere Gnade für mich; der heilige Petrus, ſoll wie ich gehört, auch was dergleichen gehabt haben.

Ja, aber nicht in dieſem Alter!

Ganz Recht, er war ſchon älter, Ihr müßt aber auch erwägen, daß ſein Haupt viel größer war, als das meine, und daß der Kopf an meinem Körper ei⸗ gentlich der ſchwächſte Theil iſt.

Das glaub' ich gerne! verſetzte der Andere.

Aber ſolche Mängel, fuhr Hanns fort, verſchwin⸗ den vor meinen Vorzügen; ich hab' ein Stück Boden, eine Heerde von mehr denn fünfzehn Schafen, einen Ochſen, eine Kuh und ein Kalb, mein Gehöfte hat

c6

, 1+ en c