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Waldfräulein oder Ritter und Adept : romantische Sage der Vorzeit / von Eduard Breier
Entstehung
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keln ſich die Würflacher Männer zu, und: Ach! wer ihn nur zum Manne bekommen könnte! liſpeln ſchämig die Mädels.

Der Greiſe, über dieſe eitle Prahlerei ſchon unge⸗ duldig geworden, unterbrach den wortreichen Wein⸗ zürl, indem er ſprach: Ich bin ſeit langen Jahren von Allem, was an die Genüſſe und Ueberflüſſe des ir⸗ diſchen Lebens gemahnt, ſo entfernt; daß ich auf nichts einen Werth lege, was blos dieſer Erde angehört, und mich nicht zugleich auch dem Himmel näher bringt. Euer Beſitz, er ſei noch ſo groß, er beſticht mein Auge, mein Gemüth nicht, darum ſprecht: was iſt Euer Begehren, welche Urſache hat Euch hieher gebracht?

Hanns Poſtl ſah den Siedler erſchrocken an; darauf ſprach er: Ihr müßt mir nicht grollen, Vater Thomas! aber vor einigen Jahren war bei Puch⸗ berg drinnen auch ein Siedler, der hat ſich aber ſeine Hülfe trefflich zahlen laſſen, welche er den armen Leu⸗ ten leiſtete, und deshalb dachte ich, daß auch Ihr mir bereitwilliger beiſtehen würdet, wenn Ihr aus dem Hintergrunde einige blanke Pfennige hervorſchimmern ſehet, und dem Himmel ſei's gedankt! Pfennige hab' ich auch; ich bin nicht arm, und kann, wenn's dar⸗ auf ankommt, ſchon meinen Mann ſtellen! Bei die⸗ ſen Worten ſchlängelte er beide Beine kreuzweiſe über⸗ einander, ſtemmte ſich rückwärts auf ſeinen Stecken,