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bisher doch noch nicht mit eigenen Augen geſehen hat⸗ ten; zu dieſen ſchien auch der kleine Mann zu gehö⸗ ren, denn er ſprach nach der ſtatt gefundenen Be⸗ grüßung: Vergebt mir, frommer Vater, die Frage: Seid Ihr der Siedler, der Thomas heißt, und wel⸗ cher hier im Schrattengraben ſich vor Kurzem erſt niederließ?
Der Greiſe faltete die Hände, und erwiederte mit dumpfer Stimme: Ja, der bin ich; was iſt Euer Begehren?
Der Bauer ſeufzte, und ſprach: Ach, ich hätte viel mit Euch zu reden, Vater Thomas; ich bin der Hanns Poſtl aus Würflach, zwar nur ein Le⸗ hensmann des Gutenſteiners, welchem jetzt der Markt zu eigen iſt, aber deswegen doch kein armer Teufel, denn ich bin Weinzürl,*) und bin ſelbſt ſchon Herr eines hübſchen Stückchen Bodens, ich habe eine Heer⸗ de von mehr, denn zehn Schafen; auch einen Ochſen und eine Kuh hab' ich, mein Gehöfte hat eine Stu⸗ be und eine Kammer, und wenn ich des Sonntags feſtlich geputzt in die Sebaſtiani⸗Kirche trete, ſo ſchauen Aller Augen auf mich, den Hanns Poſtl. Der iſt ein ſchmucker Junggeſelle! heißt es dann von allen Seiten; der hat ſein Schäflein im Trockenen! mun⸗
*) Winzer.


