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Waldfräulein oder Ritter und Adept : romantische Sage der Vorzeit / von Eduard Breier
Entstehung
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verwechſelt halten mußte, der Oberleib gedrungen, der Kopf und das Antlitz etwas platt gedrückt, ſeine Hautfarbe mehr ſchwarz, die Augen grau und etwas hervorſtehend, und die Lippen in die Breite gezogen; hinter denſelben ſtanden freilich zwei Reihen weißer Zähne, aber dieſe gereichten dem Antlitze mehr zum Nach⸗ als zum Vortheile, denn ſo oft der Mann die Lippen öffnete, traten ſie ſo grell hervor, daß ſeine Züge ſich in ein Grinſen verzogen, welches auf den Beſchauer nur widerlich einwirken konnte. Als der Herannahende den Siedler erblickte, zog er ſeine Gu⸗ gel vom Kopf, wodurch ein, mit ſpärlichen Haaren beſätes Haupt ſichtbar wurde, beſonders bemerkbar trat der Abgang dieſer Kopfzierde an dem vordern Theile desſelben hervor, denn nur der Stirnwirbel war in ziemlicher Höhe von einem Haarbüſchel be⸗ ſchattet, welches, zwiſchen der rechts und links über⸗ hand nehmenden Glatze, wie eine ſchmale Erdzunge ins Waſſer hineinreichte.

Der Landmann bot dem Greiſen einen ehrerbie⸗ tigen Gruß, welcher auf eine fromme, erbauliche Weiſe erwiedert wurde. Wir müßen nur noch erwähnen, daß ſich der Klausner erſt ſeit dem Beginne des Früh⸗ jahrs, mithin erſt vor einigen Monden hier niederge⸗ laſſen hatte, daß es daher Viele in der Gegend gab, die, wiewohl ſie von ihm ſchon ſprechen gehört, ihn