öffnete ſich, und der Siedler trat heraus; ſeine hohe Geſtalt ſchritt gebückt einher, die Kaputze des häre⸗ nen Pilgerkleides deckte den Kopf ſo, daß man nur einen Theil des Antlitzes ſah, der jedoch ganz von einem weißen Barte beſchattet war; aber über demſelben ſprühten zwei Kohlenaugen, welchen noch die unge⸗ ſchwächte Jugendglut inne wohnte, und die dem Grei⸗ ſenalter eben ſo widerſprachen, als die übrigen An⸗ zeichen dafür zeugten. Vater Thomas trug ein höl⸗ zernes Gefäß in der Hand, welches er bei der näch⸗ ſten Quelle zu füllen gewillt war, er brachte dieſes Geſchäft eben zu Ende, und trat den Rückweg an, als er durch ein, von der Seite her ſchallendes Ge⸗ räuſch aufmerkſam gemacht, in ſeinem Gange lau⸗ ſchend ſtille hielt, und ſich jener Seite zukehrte, wo⸗ her die Bewegung geſchah.
Nach einer Weile trat ihm ein Mann entgegen, der augenſcheinlich einen Ort der umliegenden Gegend ſeine Heimath nennen mußte. Schuhe, kurzes Bein⸗ gewand, eine lange Jacke und eine Gugel bezeichneten ihn als einen Landmann, deſſen aufgeputzter Gürtel auch auf Wohlhabenheit hindeutete; er mochte, was ſein Alter betraf, die Mitte zwiſchen zwanzig und dreißig halten, aber trotz dieſer Vortheile trug ſein Anblick wenig Einladendes an ſich. Die Beine wa⸗ ren kurz und etwas verdreht, ſo daß man ſie für


