Druckschrift 
Die Hußiten in Luditz : Roman / von Eduard Breier
Entstehung
Einzelbild herunterladen

245

drücken, daß ſie dann ihre Giftzähne um ſo tiefer in dasſelbe tauchen könnte!

Nein niemals ſoll wieder ein falſcher Gedan⸗ ke gegen Dich in meinem Innern keimen, jammerte Renate händeringend,ich will Dir eine treue, liebevolle Gattin werden!

Heuchle nicht, Sünderin! donnerte der Zür⸗ nende,Dein Stündlein hat geſchlagen, Du mußt ſterben!

Allmächtiger Himmel! kreiſchte ſie auf und ſank zu den Füßen des Gatten nieder.Hinek! er⸗ barme Dich Meiner, ſchenke mir nur das nackte Le⸗ ben, ich will Dich fliehen, meiden, wenn es Dein Wunſch iſt; ich will Dir eine dienende Magd ſein, ich will Dich warten und pflegen, jede Mißhandlung als Strafe für mein Verbrechen geduldig ertragen, aber laß mich nur leben ich will allen Anſprüchen entſagen! So rief ſie und umfaßte die Knie des Un⸗ erbittlichen.Hinek, ſei barmherzig mit mir, ich will mich im Staube vor Dir winden, Du ſollſt mein zweites Ich werden morde mich nicht und begna⸗ dige die Verbrecherin!

Mit tückiſcher Freude weidete ſich Hinek an der Todesangſt Renatens; allein es fehlte noch viel, um ſeine Rache zu ſättigen, nur ihr Blut vermochte