Druckschrift 
Die Hußiten in Luditz : Roman / von Eduard Breier
Entstehung
Einzelbild herunterladen

244

und der Rächer ſtand vor ſeinem Schlachtopfer. Mit rollenden Blicken maß der Wüthende die Verbre⸗ cherin, die zitternd vor ihm ſtand.Vergebung, ſtammelte ſie,Hinek, Vergebung!

Elendes Weib! rief der Angeredete,Du wagſt es, noch Vergebung zu hoffen? Du, die wie eine Peſt durch mein Leben fuhr, und es in eine qualvolle Hölle verwandelte!

Hinek! kreiſchte Renate mit flehender Stimme,vergib, ich bin dazu verleitet worden.

Durch Dein böſes Herh, unterbrach ſie der Wüthende;als ich Dich zum Weibe genommen, habe ich Dich, wenn auch nicht geliebt, ſo doch geachtet; Du haſt mir ungezwungen Deine Hand gereicht, und drei Jahre waren für Dich hinreichend, meiner über⸗ ſatt zu werden, Du haſt mir die Giftſchale ge⸗ reicht und biſt geflohen! Daß mich das Geſchick er⸗ erhalten, iſt Dein Untergang Du biſt dem Tode verfallen!

Hinek! bat das geängſtigte Weib,ich habe Dich verkannt, nimm mich, die Reuevolle wieder auf. Ein höhniſches Gelächter des Gatten durch⸗ ſchallte die Stube.Dich wieder aufnehmen? ſpot⸗ tete er grinſend,die Schlange wieder an mein Herz