M
15
Jan Liſchka, als er den Bürgermeiſter ver. laſſen hatte, lächelte zufrieden vor ſich hin, rieb ſich wohlgefällig die Hände, ordnete die etwas verſchobe⸗ ne Halskrauſe, drückte das Barett auf das rechte Auge und trat langſam ſeinen Rückweg an.
„Alles geht vortrefflich,“ murmelte er freudig in ſich hinein,„der Eine iſt aus dem Neſte heraus⸗ gebeitzt, der Andere gängelt in der Schlinge. Alle Teufel! vermag ich doch auch das Rohr mit dem gold'⸗ nen Knopfe zu tragen, und der Rathsherrentitel wird mich auch nicht zu Boden drücken. Warte nur, ſtolze Renate, der, den Du verſchmäht, wird bald Dein Herr ſein, und dann magſt Du den ſchmucken Georg am nächſten Baume ſuchen, oder auf dem Spieße eines Hu—, halt Liſchka,„unterbrach er ſich ſelbſt, und blickte mißtrauiſch um ſich,„nur keine Vorei⸗ ligkeit, ſelbſt die Schnecke erreicht den Baumgipfel, wenn ſie auch langſam kriecht; je länger gezielt,— um ſo ſicherer getroffen!“
Er trat jetzt in das Eckhaus, aus deſſen oberem Stocke ihm früher der Frauengruß geworden war, ſchritt die breite Treppe hinan, und ſtand in einigen Augenblicken vor der Dame ſelbſt. Das Gemach, wel⸗ ches ihn aufgenommen, glich dem zauberiſchen Auf⸗ enthalte eines überirdiſchen Weſens; denn trotz der


