Druckschrift 
Die Hußiten in Luditz : Roman / von Eduard Breier
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

Nein, nein, Euer Geſtreng, ſchluchzte die Alte,mir hat Niemand was zu Leide gethan, aber aber, ach Gott! ich kann's nicht länger mehr ertragen! ſie vermochte vor Thränen kein Wort weiter zu ſprechen.

Der Bürgermeiſter blickte ſeine Haushälterin ſtaunend an.Was quält Euch denn ſo ſehr? fragte er nach einer Weile.

Euer Geſtreng, fuhr Marza weinend fort, ich bin ſchon zwanzig Jahre in Eurem Hauſe, und habe Euch treue Dinſte geleiſtet, ich habe die Kinder auferzogen und das Haus treu verwaltet; als die Gottſelige auf dem Todtenbettlein lag, hat ſie mir es aufgetragen, Ihr werdet Euch erinnern, wie ſie damals meine Hand gefaßt und gedrückt hatte, und dabei liſpelte:Marza! ſei Du meinem kleinen Georg eine zweite Mutter!Euer Geſtreng' ich habe dieſen Wunſch erfüllt, und nun, ach nun muß ich ſo viel Herzleid erfahren!

Herr Prokopius erblaßte während der Rede der alten Haushälterin.Marzal rief er bebend, Ihr ſeid eine treue Dienerin, er aber iſt ein Undankbarer, ein Mißrathener!

Ach! unterbrach ihn die Alte,ich kann ihn dennoch nicht vergeſſen! Ihr mögt Recht haben, er