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Es war ein kalter Februarmorgen, die Luft hei⸗ ter und dünn, und die Sonne eben im Aufgehen; ihre erſten Strahlen fielen über die Berge, und war⸗ fen auf die ſchneeüberweißten Dächer goldigen Schein; unter den Tritten des Bürgermeiſters kniſterte die winterliche Kriſtalldecke, während ſein Begleiter kaum hörbar über dieſelbe hinſchlich, man glaubte in ihm eine aufgeſtuzte Feder zu ſehen und zu hören, die von unkundiger Schreibershand auf holperiger Papier⸗ fläche langſam vorwärts gezogen wird.
Es war dieſer Letztere Jan Liſchka, der Ver⸗ traute des Bürgermeiſters und zugleich Stadtſchreiber von Luditz. Beide Männer ſchienen in ein Ge⸗ ſpräch von Bedeutung vertieft.
„Kaum zu glauben,“ rief Herr Prokopius, nach einer von ſeinem Begleiter erhaltenen Kunde, ganz entrüſtet, und preßte das Rohr krampfhaft in ſeiner Hand.„Kaum zu glauben in der That!“
„Gnädiger Herr! Ihr kennt meine Wahrheits⸗ liebe,“ betheuerte der Stadtſchreiber andächtig.
„Ja, ich glaube Euch Jan,“ ſeufzte der aufge⸗ brachte Bürgermeiſter,„der Herr hat mich ſchwer heimgeſucht mit dieſem Ungerathenen!“
„Es wäre vielleicht doch beſſer geweſen,— es iſt nur meine unfürgreifliche Meinung,“ heuchelte der


