Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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er das Bedürfniß des Gebetes, einer Erhebung zu Gott nie ſo mächtig in ſich fühlt, als in Stunden der Gefahr und des Unglückes. Da wird er von einem Drange beſtürmt, ſich hinzuwerfen auf die Kniee, die Hände zu erheben, um dem Himmel ſeine Leiden zu klagen, oder deſſen Hülfe anzurufen! Wenn die Ohren um ihn taub geworden, wenn die Erde keine Hülfe mehr zu geben vermag, dann klammert er ſich mit verdoppelter Frömmigkeit an den Himmel; wenn er ſieht, wie erbärmlich, wie ohnmächtig das Unten iſt, dann wird ihm die Erhabenheit des Oben klar.

Dieſer Ausſpruch gilt vom Frommſten bis zum Sündigſten hinab, die Allmacht oben bleibt immer die höchſte, die gewaltigſte Inſtanz; ob früher oder ſpäter, ſie wird angerufen, und es gibt keinen Sün⸗ der, wenn er nur nicht ganz entmenſcht und zur vie⸗ hiſchen Rohheit hinabgeſunken iſt, der von dieſem Richter nicht Gnade erwartete.

Wenn ein ſo überheiliges Weſen, wie Gott, noch einer Erhöhung fähig wäre, dieß wäre ſeine glän⸗ zendſte Rechtfertigung, ſein größter Triumph!!

Mirjam war eine tugendhafte, eine fromme Frau; ſie lebte nach den Geſetzen, und vergaß ihren Schöpfer nie. Aber als ſie ſich an dieſem Abende zum Nachtgebete anſchickte, überkam ſie ein ſonderbarer