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Der treue Bothe des Rabbi hatte mit Mirjam lange und anhaltend geſprochen. Seiner Beredſam⸗ keit, ſeinen glühenden Worten gelang es, das Ver⸗ trauen in dem Herzen der Witwe wieder feſt zu ſtellen und ſie zu beruhigen.
Glaube mir ſicher, Joſe— ſprach ſie ſenft— ich habe ihn in meinem Innern ſtets vertheidiget; aber der böſe Theil in uns ruht nicht, ſo viel man ſich auch Mühe gibt, ihn zu beſchwören. Ich will ihm nun blind vertrauen, mein Glaube ſoll durch nichts mehr wankend gemacht werden, und dieſer Triumph ſoll mir Kraft verleihen, meinem Bruder widerſtehen zu können. O, welch ein unſeliger Tag war dieß heute! welche Qualen habe ich empfunden, ich werde ſie nie— nie vergeſſen, und den Himmel bitten, daß er über mein Leben Tage ſolcher Bit⸗ terlichkeit ſo wenige als möglich hereinbrechen laſſe!
Als Joſe die Witwe verließ, war es ſchon ſpät am Abende, ſie begab ſich in ihr Schlafgemach, um die Ruhe zu ſuchen.
Die trauliche Stille des Stübchens that ihr wohl, ſie konnte ungeſtört denken und ſeufzen.
Es gilt als untrüglicher Beweis von dem Daſein einer ewigen Vorſehung, und zeigt zugleich von der größ⸗ ten Nichtigkeit und Schutzloſigkeit des Menſchen, daß


