Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24 Ernſt, eine heilige Weihe. Das Gefühl ihres Weh's, von dem ſie nur Der oben befreien konnte, ſteigerte ihre Andacht. O, der Menſch iſt zu viel irdiſch: er betet anders im Glück, anders im Unglück. Geht nur hin in die Gotteshäuſer, Ihr werdet ſie bald von einander unterſcheiden können!

Die Witwe faltete die Hände, ihr Geiſt ſchwang ſich in die Wolken, ſie betete:

Gelobt ſeieſt Du Gott, unſer Herr! Herr der ganzen Welt! der Du die Bande des Schlummers über mein Auge ſenkeſt, den Schlaf auf meine Augen⸗ lieder. O Gott meiner Väter! laß' es Deinen Willen ſein, daß ich mich in Frieden niederlege und in Frieden aufſtehe, daß mich nicht ſündige Gedanken, böſe Vorſtellungen und Träume ängſtigen und ſchrecken; daß meine Ruhe nicht geſtört werde, und mein Lager rein und ohne Fehl bleibe. O, erleuchte wieder mein Auge, daß ich mich nicht niederlege zum Todesſchlaf, Gott! Du mein Gott! der die ganze Welt in ſeiner Herrlichkeit erleuchtet. Gott iſt Herr in Wahrhaf⸗ tigkeit! Höre Israel! Gott, unſer Gott, iſt ein einzi⸗ ger Gott! Gelobt ſei ſein Name, ſein Reich und ſeine Herrlichkeit in Ewigkeit!

Rur halblaut ſprach ſie den übrigen Theil des