Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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Ich müßte kein Jude ſein, um dieſes nicht zu können! lächelte der Rabbi. Der Zweck meines Be⸗ ſuches iſt alſo erfüllt darf ich mich wieder hinweg⸗ begeben, gnädige Frau?

Im Innern der Dame kochte verhaltene Wuth; die demüthige Rolle, welche ſie, die Frau eines her⸗ zoglichen Beamten, dem Juden gegenüber, ſpielte, empörte ihr Gefühl; der Gedanke ihrer Größe über⸗ kam ſie, ihr Stolz, ihr Hochmuth bäumten ſich, und ließen das verhaltene Gefühl um ſo zügelloſer her⸗ vorbrechen.

In dieſen Augenblicken der Empörung, glich ſie einem Sklaven, der mit Raſerei an ſeinen Ketten ſchüttelt, ohne ſich von denſelben befreien zu können⸗ Als Rabbi Eliah ſich entfernen wollte, vertrat ſie ihm den Weg und rief mit befehlender Stimme, faſt lauter, als es gerathen ſchien:

Halt, Jude!

Was ſoll's, gnädige Frau? wollt Ihr vielleicht auch die Sprungweite Eures Roſſes erproben?

Dem Rabbi war unwillkürlich dieſer Zuruf des Edlen von Zech vor jenem unglücklichen Sturze eingefallen, daher ſeine Frage; kaum hatte er ſie jedoch ausgeſprochen, als er auch darüber lächeln mußte. Frau Hedwig verſtand zwar die Worte nicht,