183 Naphtali! daher muß ich Euch ſchon geſtehen, daß ich in weltlichen Angelegenheiten nicht der Mann von großen Umſchweifen bin, daher offen und kurz? Ich komme zu Euch als Brautwerber!
Der Hausherr wurde jetzt in der That betroffen. die Witfrau im Nebengemache begann heftig zu zittern. Sie dankte es dem Himmel im Herzen, daß ſie nicht geblieben war, wie es der Bruder verlangt hatte, ſie vergaß dabei zu erwägen, daß der Rabbi in ihrer Gegenwart gewiß nicht ſo ge⸗ ſprochen hätte.
Dem Vater, welcher eine noch nicht verſorgte Tochter hat, muß ein Brautwerber ſtets willkommen ſein, aber Ihr werdet doch wiſſen, verehrter Rabbi, daß meine Jedida ſchon verſprochen iſt!—
Dieſe Naivität des Hausherrn, dem Rabbi ge⸗ genüber, war zu einfältig, Eßman mußte daher lächeln, und Naphtali dieß bemerkend, wollte ihn finſter anblicken, aber das funkelnde Auge Eliah's. hielt ihn in Schranken.
Von Eurer Tochter— ſprach er mit ernſter und lauter Stimme, gleichſam um einen unanſtändigen Scherz zurück zu weiſen— kann hier nicht die Rede ſein— die Werbung gilt Euerer Schweſter.
Der Witfrau?


