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hender dünkt, die erſt am Mittage aus den Wol⸗ ken bricht; die Liebe zu Rabbi Eliah war, wenn auch nur bisher in Gedanken, das Glück ihres Le⸗ bens geworden.
Sollte ſie nun auch darauf verzichten, ſollte es möglich ſein, daß er ſie ſo entſetzlich täuſchen konnte, oder liebte er ſie nicht, war Alles, was ſie bisher vernommen, und ſelbſt bemerkt zu haben glaubte, blos Selbſttrug, welchem nur die bitterſte Wirklich⸗ keit folgte? Oder iſt Rabbi Eliah wirklich unſchul⸗ dig, und die Zumuthung falſch? Sollte die maskirte Frau in ihm wirklich den Prieſter und nicht den Mann geſucht haben? Wenn nur ein Athem von Wahrſcheinlichkeit für den letzteren Fall vorhanden geweſen wäre, wie gerne hätte ſie ihm geglaubt, wie überglücklich hätte er ſie gemacht!—
Dieß waren die Gedanken, welche in den weni⸗ gen Augenblicken des eingetretenen Stillſchweigens mit Sturmesſchnelle durch ihre Seele gezogen.
Der gefühlloſe Bruder ließ ſie in dieſer Stel⸗ lung gewähren, er hatte in der Wunde gewühlt, ohne in dieſelbe linderndes Oehl gießen zu wollen.
Mirjam war keine von jenen Frauen, denen Thränen in jedem Augenblicke, wann ſie ſelbe be⸗ nöthigen, zu Gebothe ſtehen; aber in dieſer Lage,
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