Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
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Mit einem Spruche des weiſen Königs kannſt Du mich nicht überzeugen; Du täuſcheſt mich nicht;

aber kaum kann ich es glauben ſollte meine Ver⸗

muthung ſich beſtätigen, ſollteſt Du wirklich ich kann es nicht glauben, Mirjam! Du biſt kein un⸗ erfahrenes Mädchen, Du wirſt Dein Herz nicht ſo unbewacht gelaſſen haben!

Und wenn es geſchehen wäre?

Mirjam war ganz in ihrer früheren Stellung geblieben und ſprach dieſe Worte nicht mit Trotz, ſon⸗ dern leiſe und ſchüchtern aus.

Dann müßte ich Dich laut beklagen, und jetzt ſchon über der Leiche Deines Glückes jammern. Du ſchüttelſt den Kopf? Du glaubſt mir nicht? haſt Du, unglückliches Weib, die Scene ſchon vergeſſen, von welcher wir ſelbſt Zeugen waren?

Der unbarmherzige Verwandte hatte, er wußte dieß recht gut, Mirjam's Krankheit an der Wurzel gefaßt, aber nicht, um ſie aus dem Herzen, dem Sitz derſelben, heraus zu reißen, ſondern um ſie noch feſter hineinzubohren. Aber die Frau blieb nicht unthätig, ſie bemühte ſich ſo iſt der Menſch immer das zu vertheidigen und wegzuläugnen, was ihr Inneres mit unſäglichem Kummer erfüllte. Sie ſprach: Ich