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Der Rabbi, in einer mehr ſitzenden als liegen⸗ den Stellung, ſah krank, aber heiter aus.
Seinen ehrwürdigen Zügen war der Stempel der Sanftmuth und Milde aufgedrückt, es hätte nicht des milchweißen Greiſenhaares bedurft, um für ihn Kindesliebe und Ehrfurcht zu empfinden.
Ein weißes Linnengewand deckte ſeinen Leib, ein ſchwarzes Sammetkäppchen den Scheitel, in der vor Alter bebenden Hand hielt er das Pſalmbuch.
Auf der Bettdecke zu ſeinen Füſſen lagen die Sterbegewänder, welche er ſich einſt ſelbſt angefertiget, und die er ſeit ſeinem Vermählungstage an den be⸗ ſtimmten, verſchiedenen Feſttagen ſchon oft auf dem Leibe gehabt hatte; nun ſollten ſie ihm noch einmal angelegt werden, um ſie nie mehr auszuziehen.
um ihn herum ſtanden zehn Männer, die Aelte⸗ ſten und Gelehrteſten der Gemeinde; auch ſie waren mit den Geſangbüchern des heiligen Königs verſehen, die ſie jedoch in dieſem Augenblicke geſchloſſen hatten, weil Thränen die Stimme ihres Vorbeters erſtickten, ſo daß er in heftiges Weinen ausbrach, in welches alle Anderen ohne Rückſichtsnahme auf den Kranken mit einſtimmten.
Rabbi Mäir winkte, das Schluchzen und Kla⸗


