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befindet Ihr Euch am Lager eines Frommen, eines Gerechten, der ſich ruhig in die dunkeln Arme des Todes legt, der mit reinem Bewußtſein die Reiſe antritt, zur Entdeckung der fremden Welt, den ſeine Angehörigen ungern verlieren, um den ſie trau⸗ ern und klagen, ſo wie um Einen, der ihnen nicht leicht wieder erſetzt werden kann.
Und dieß war der Fall am Sterbelager des Rabbi Simon ben Mäir.
Das kleine Stübchen eines Erdgeſchoſſes umfing die ganze Scene.
Die Lagerſtätte des Kranken ſtand ſo, daß ſein Blick auf das Fenſter fiel, deſſen Vorhänge, ſeinem Wunſche zu Folge, aufgezogen waren.
Es war Winter, die Morgenſonne im Aufgehen, ihre Strahlen trafen ſchief herüber auf die Scheiben, welchen die froſtige Nacht Eisblumen aufgehaucht hatte, die nun im Sonnengold erglänzten, ohne des⸗ halb ganz zu zerſchmelzen.
Um die etwas dumpfe Luft zu verſcheuchen, war die Stube mit einigen Spezereien geräuchert, und ein kleines Fenſterchen geöffnet worden, welches oberhalb der Thüre ſich befand, und hinaus auf den Gang führte.


