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ſchen aus, wie der Stern, der hinabtaucht und einen glänzenden Streif hinter ſich läßt. Sie löſchen aus, aber ihr Werk beſteht fort, der Schöpfer iſt nicht mehr, aber das Geſchöpf bleibt; welch eine De⸗ müthigung des nach Gottes Ebenbilde geſchaffenen Weſens?
Der greiſe Mann mit dem Silberhaare, mit dem alterbleichen Barte, welcher den Abſchein ſeines Frie⸗ densantlitzes zu tragen ſchien, der Mann, deſſen letzte Lebensſtunde jetzt herannahete, war durch vierzig Jahre der Seelſorger der Neuſtädter Judenſchaft.
Tag und Nacht bemüht, nach Gottes Lehre zu forſchen, fromm wie einer der Engel, welche den Thron des Allmächtigen umgeben; tugendhaft, weiſe, geduldig und demüthig, wie nicht leicht ein Sterbli⸗ cher ſein kann, wurde er von der ganzen Gemeinde geliebt und hoch verehrt; was Rabbi Simon ſprach, galt; was er empfahl, geſchah; was er für gut be⸗ fand, wurde allgemein anerkannt.
Dieſer Mann nun, den Alt und Jung wie einen lieben Vater anzuſehen gewohnt war, lag auf dem Sterbebette; er, der wie Einer der idylliſchen Pa⸗ triarchen ſo lange unter ihnen gewandelt, ſollte ſie nun verlaſſen; ſollte für immer von ihnen ſcheiden;


