245
er an Uns gethan, muß ihm nur Zutrauen, und keine Furcht einflößen.
Ja, wenn Er es wirklich gethan hätte; aber es war ſein Stiefſohn, der Alles that, den der Herr Va⸗ ter aber betrog, hinterging und— mit einem Worte: ganz verderben wollte, weil er deſſen Vermögen ſeinem eigenen Sohne in die Hände ſpielen will!
Das Spiel war zu Ende. Der Kaiſer erhob ſich und ſprach: Kunz! Du folgſt mir ſpäter in mein Gemach; ich will Deinen Bericht mit mehr Ruhe an⸗ hören, und ihn einer größeren Ueberlegung würdigen.
Er unterhielt ſich noch einige Zeit mit dem Könige und den Prinzeſſinen, dann verließ er den Saal, und die Anderen zogen ſich zurück in ihre Gemächer.
Am anderen Morgen war es in einem Vorzim⸗ mer der kaiſerlichen Wohnung mehr lebhaft wie ſonſt. In demſelben befanden ſich vor Allem zwei Edelherren, die wohl koſtbar gekleidet, aber keine Waffen trugen, daher auch vermuthen ließen, daß ſie Gefangene ſeien. Zwei Leibdiener, ihnen zur Seite, beſtätigten dieſes noch mehr. Die beiden Herren ſprachen eben leiſe mit einander, als ſich die Thüre öffnete, und eine zweite Gruppe eintrat. Dieſe beſtand wieder aus zwei bewaff⸗ neten Leibdienern und aus Siegfried und Kaje⸗ tan. Die Letztern waren kaum eingetreten, als Er⸗ ſterer auch die Edelherren erkannte: es war der Edle


