Teil eines Werkes 
3. Bd. (1848)
Entstehung
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ſchwiſter gelten, daher heißt es ſich daran gewöhnen. Jetzt komm her, liebe Schweſter, ich will Dir den unnöthigen Tand von dem Kleide trennen, denn ſo ſiehſt Du viel zu vornehm aus; die braunen Schuhe laſſen Dir gut, Dein nettes Füßchen hat in denſel⸗ ben die ſchönſte Form; doch die Schleifen müſſen fort ſo, jetzt iſt's recht das dunkle Kleid muß auch gefallen, denn es ſchmiegt ſich oben und unten fal⸗ tenreich um den Leib, auch der Gürtel harmonirt dazu; doch die Spitzen und Bänder müſſen fort, ſteh nur ruhig, liebe Schweſter, denn das Gewebe iſt fein, und läßt ſich ſo leicht vom Stoffe nicht ſchneiden ſo, das wäre auch geſchehen! Nun bleib' nur noch; Dein Kopf⸗ und Halsputz, die Krauſe iſt freilich ein wenig zerknittert, nun Du kannſt ſie Dir bei Ge⸗

egenheit wieder glätten, und das Haar, das glänzt;

ſo nur kann ich mir die Sonne denken, wenn der liebe Himmel ſie ſchwarz geſchaffen hätte; die Ringel⸗ locken rollen über den weißen Nacken, dieſer Kopfputz kleidet Dich am Beſten; halt' noch ein wenig; am Rande hier iſt eben eine Spätroſe erblüht, es war die höchſte Zeit, ſonſt hätten Sturm und Reif das arme Kind verbrannt, dieſe Roſe ſteck' Dir in's Haar, mehr ſeitwärts, liebes Kind ſo, jetzt iſts recht, Du biſt herausgeputzt: einfach aber reizend, beim Himmel!