Teil eines Werkes 
3. Bd. (1848)
Entstehung
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Rednergabe und mein Prophetengeiſt bringen oft Geld

und Beifall; und wenn erſt Ihr hinzu kommt, mit der ſchmucken Geſtalt, dem ſchwarzen Kohlenauge; hu, wie werden ſie da herbeiſtrömen zu der ſchönen Schwarzkünſtlerin: Ihr dürft nur die Hand heben, und ſie werden jubeln; die Männer ſind ſchon ſo; ein ſchönes Mädchen darf ſich nur auf einen Fuß hin⸗ ſtellen, ſo wird man's mehr bewundern, als wenn ein Mann aus freien Stücken in der Luft ſich hielte⸗

Wohlan, verſetzte die Pflegerstochter, ich zieh mit Euch, jedoch nur ſo lange, als es mir genehm, gefällt es mir nicht mehr, ſo habt ihr kein Recht, mich ferner aufzuhalten.

Das kannſt Du, Walburga, fiel Petruchio ein; doch mußt Du uns ein gleiches Vorrechtzugeſtehen; auch

wir können Dich entlaſſen, wenn es uns gefällt, doch

nicht ohne vorhergegangener, redlicher Gewinntheilung; denn im Punkte des Goldes bin ich viel gewiſſenhaf⸗ ter als in Liebesangelegenheiten.

Bei dieſen Worten, mehr ironiſch als ernſt ge⸗ ſprochen, brach Paolo in ein helles Gelächter aus. Petruchio iſt ein Schelm, wendete er ſich zu Wal⸗ burga; er ſcherzt oft, und manchmal recht zum La⸗ chen. Doch, ſchönes Kind, Ihr müßt mir ſchon auch geſtatten, daß unter uns Beiden das vertraulicheDu Platz greife, wir müſſen ohnedieß alle drei für Ge⸗