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überſtreichen, ſondern trat einige Schritte vor, und ſprach mit lauter Stimme: Ich bin der Schreiber jener Zeilen!
Siegfried taumelte auf, dieſe Worte gaben ihm das Leben wieder; er rief: Ihr lügt! ich— habe jene Zeilen geſchrieben! Der Kaiſer winkte jetzt ſeine nächſte Umgebung zur Ruhe und ſprach: Sie ſollen ihren Streit zu Ende führen!
Ein Murmeln über dieſen ſonderbaren Vorfall durchlief die Menge; Alles blickte auf die beiden Mitbewer⸗ ber und war auf die Löſung des Streites begierig; allein dahin ſollte es gar nicht kommen, denn Sieg⸗ fried's Verfolger wendete den Kampf auf ein ande⸗ res Feld, indem er ſchrie: Ha! was ſeh' ich? jetzt er⸗ kenn' ich Dich, Du Unheil ſtiftender Molch! So wagſt Du es wieder, verkappt aufzutreten, um Unheil und Verderben zu ſtiften?
Der Jüngling unterbrach ihn und rief: Schweigt! Ihr nöthiget mich, Eure ſchändlichen Pläne zu ent⸗ hüllen!— Er verfolgt mich— ſchrie er, ſich zur Menge wendend— weil er nach meiner Habe ſtrebt; er iſt der Gatte meiner Mutter, mein Stiefvater!
Naſſenfuß erſchrack; dieſer Angriff war zu kräf⸗ tig, zu un vorhergeſehen, um ihn nicht ſtutzen zu ma⸗ chen. Siegfried gewann augenblicklichen Vortheil, und


