Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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Wie vom Blitze gerührt, ſtarrte Sie gfried den verkappten Heuchler an, deſſen Mißtrauen dießmal ſeine Feigheit überwog, indem es ihn zu dieſer Maske trieb, um ſelbſt das Benehmen Desjenigen zu über⸗ wachen, den er für den Treueſten anerkannt hatte. Doch nur einen Athem lang währte dieſe Unthatigkeit des Jünglings, dann aber warf er ſich dem Freigrafen entgegen und umfaßte ihn; alſogleich fühlte er den Bruſt⸗ und Rückenharniſch, welche den Verkappten beſchützten; er warf den Dolch von ſich und begann mit Emilian zu ringen. Iſt dieß der Lohn keuchte der Freigraf daß ich dich in mein Vertrauen zog?

Ja! rief Siegfried zur Antwort, dieß für deinen Verrath!

Das Ringen der Beiden währte einige Augen⸗ blicke fort; unſtreitig wäre Siegfried unterlegen, hätte die frühere Anſtrengung die Kräfte ſeines Geg⸗ ners nicht ſchon erſchöpft.

Während dieſer Friſt ſtand Duna zitternd an Leib und Seele. Mit gierigen Blicken ſah ſie auf den Ausgang des Kampfes; ja, ihre Stimme tönte für Siegfried aufmunternd dazwiſchen. Kajetan aber, als ſeine Furcht ſich gelegt hatte, eilte dem Junker zu Hilfe.