Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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der Stoß ging fehl Siegfried griff nach dem Stahl, entriß ihn dem Wüthenden, und verſetzte ihm mit dem Heft einen Schlag auf die Schläfe, daß er bewußtlos liegen blieb. Indeſſen hatte Kajetan mit dem Sarge ſchwere Noth, denn trotz ſeiner Wucht wälzte ſich das hölzerne Gehäuſe nach rechts und links. Der Todte iſt lebendig geworden! ſchrie der Wiener, kommt herbei und helft mir! Aus den Luftlöchern des Sarges drang ein Schnaufen und Keuchen; Ka⸗ jetan fühlte die Mühe ſeines Gegners, den Deckel zu öffnen; jetzt kamen Duna und Siegfried und winkten Kajetan, ſich zu erheben. Die ſchwarze Tuchdecke war während dieſes Wälzens herabgeglitten, und der Sargdeckel auf den Boden zu liegen gekommen; der Lebende im Innern ſpürte kaum die Erleichterung, als er ſich ſammt dem Sarge raſch erhob, dieſer fiel zurück, und wie aus einer geöffneten Nuß ſich hinaus⸗ ſchälend, ſtand, mit Tiegeraugen um ſich blickend, der Bettler da. Die zottige Haarkappe war aber vom Haupte gefallen, die ſchwarze Binde hatte ſich aufge⸗ löst, und hing über das Antlitz. Heiliger Barnabas! ſchrie Kajetan mit faſt vergehender Stimme, das iſt der Freigraf!

Ja! donnerte Emilian mit unmenſchlicher Kraft, das iſt er! Noch immer ſtark genug, dich und den Buben dort unſchädlich zu machen!

Der Gezeichnete. II. 21