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ſollen— verzögere nicht das letzte Werk, welches wir an den Ueberreſten eines Sterblichen thun wollen!
Ich muß den Todten ſehen! ſchrie Duna, Ver⸗ zweiflung heuchelnd, ich muß ihn noch einmal an mein Herz drücken, mein Athem ſoll ihn beleben, mein Hauch ſoll ihn erwärmen, herab mit dem Sarge von den Schultern!—
Zurück Wahnſinnige!— ſchrieen die Träger.
Ich rufe nach Hilfe! zürnte Duna.—
Der Ton in deiner Kehle ſoll erſticken! donnerte der Prieſter, riß einen Dolch aus dem Buſen, und ſprang auf die Seherin los. Dieß war ein Zeichen für die Verborgenen: mit einem Angriffsgeſchrei hervorzu⸗ brechen, und die einförmige Scene gewann im Nu ein vielgeſtaltigeres Leben.—
Das Geſchrei der Bürger erſcholl— Duna rang mit dem Gegner— die Träger ließen den Sarg ſinken und ergriffen die Flucht— die Bürger hinter ihnen drein.— Laßt den Sarg nicht! hörte man Duna rufen, und Kajetan warf ſich mit ſeiner ganzen Wucht über denſelben.— Siegfried ſprang der Alten zu Hilfe, ſchonte jedoch des Prieſters. Da ſchrie ihm Duna zu: Es iſt kein Diener des Herrn, ſon⸗ dern Einer von den Verkappten!— Jetzt griff der Jüngling an, umfaßte den Ringenden, riß ihn zu Boden, der Fallende ſtieß mit dem Dolche nach ihm,
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