Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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te, begann die ſeinigen zu vergrößern; der Junker merkte die verdächtige Eile und verdoppelte auch ſeine Schritte; ſo waren Beide wie im Einverſtändniſſe in ein heftiges Laufen gerathen, bei dem es dem Verfolger trotz ſeiner Leichtigkeit nicht gelingen konnte, den An⸗ dern einzuholen. Der Bettler wand ſich meiſtens durch finſtere Nebengäßchen, trat ſelbſt im Laufen leiſe auf, um dem Verfolger jede Spur abzuſchneiden; allein Siegfried ließ ſich nicht täuſchen und horchte dem Odem des Vorankeichenden. Die Jagd hatte bei⸗ nahe eine Viertelſtunde gedauert, der Verfolgte mochte wahrſcheinlich mit den Windungen und Krümmungen der Gaſſen auch nicht recht vertraut ſein, ſonſt würde er ſchon längſt einen Ausweg gefunden haben. Jetzt wand er ſich aus einem Gäßchen heraus, das Rauſchen der Laibach drang ihm entgegen, Siegfried blieb raſch hinter im her. Der Andere gewann durch einige Sprünge einen noch größeren Zwiſchenraum; jetzt war er am Ufer, wie zufällig ſtieß er an ein leeres Faß, kollerte es raſch vor ſich hinab bis zur Fluth, tauchte es hinein, ſchwang ſich reitend darauf und rauſchte, vom Strome getragen, hinab*). Der Junker, das Unmõg⸗ liche der ferneren Verfolgung einſehend und zürnend, daß

* Dieſe Schiffahrt war in Krain nichts ungewöhnliches. Siehe Erasmus Franziskus.