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nen Tumulte gediehen. Meiſter Felir hatte ſich von den beiden Anderen bereits getrennt, und ſeinen Weg fortgeſetzt, als der Zufall es wollte, daß auch Sieg⸗ fried und Kajetan ſich in einem ſinſteren Gäß⸗ chen verloren und jeder, in der Hoffnung den Andern zu finden, den entgegengeſetzten Weg einſchlug.
Der Junker, ohne viel Zeit mit unnützem Spähen zu verlieren, wollte eilig ſeinen Zweck verfolgen und ſteuerte weiter, da huſchte eine Geſtalt an ihm vor⸗ über; täuſchte er ſich nicht, ſo war es— wie der Blitz durchfuhr es ihn— ja es war der Bettler, der zudring⸗ liche Strolch, welcher ihm ſchon ſo oft entgegen getreten war. Sollte vielleicht ſein Verfolger dieſe Maske— der Gedanke durchfluthete ſeine Seele und geſtaltete ſich beinahe zur Gewißheit. Der Entſchluß war raſch gefaßt, er folgte dem Eilenden nach. Die Glocke einer nahen Kirche kündete eben die erſte Stunde nach Mit⸗ ternacht, der Wächter auf dem Schloßberge ſchlug, zum Zeichen ſeiner Wachſamkeit, die nämliche Stunde auf einer kleinern Glocke nach. Die Nacht, wiewohl ohne Mondlicht, war doch eine jener freundlichen Früh⸗ lingsnächte, die wohl dunkel, aber keineswegs finſter ge⸗ nannt werden können. Siegfried erkannte daher den Voraneilenden genau für denjenigen, für den er ihn im erſten Augenblicke gehalten hatte. Der Andere aber, kaum daß er die haſtigen Schritte hinter ſich hör⸗


