Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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einem menſchlichen Herzen zu kommen ſchienen, konnte Siegfried nicht widerſtehen. Ich will rief er, des Grafen Rechte ergreifend ich will Euch Alles, Alles werden, Herr! was Ihr wollt!

Der Freigraf, durch den herzlichen Ton des Jüng⸗ lings befriedigt, fuhr, wie zu einem Vertrauten ſpre⸗ chend, fort: Ich kann es dir nicht verhehlen: der Bo⸗ den, auf dem du wandeln wirſt, iſt ein gefahrvoller, ein mit grünem Raſen überlegter Abgrund; ein feſter Tritt und du biſt geſtürzt! Du wirſt glauben, zwi⸗ ſchen Blumen zu wandeln, und Schlangen werden züngelnd verborgen ſein, um des Augenblickes zu harren, wo ſie auf dich hervorſtürzen können; doch Gefahren, vor denen man gewarnt iſt, ſind keine Gefahren, und du biſt dieß nun; ich gebe dir einige Wochen Friſt, um dir Zeit zu laſſen, mich mit deinen Fähigkeiten bekannt zu machen; indeſſen kannſt du unter der Rolle eines Leibdieners ſtets um mich ſein, mich mit Allem bekannt machen, was du ſiehſt, erlauſcheſt oder behorcheſt; dieß Gemach verbleibt deine Wohnung, es grenzt beiderſeits an die meine, und ſo du mich zu ſprechen wünſcheſt, darfſt du nur an eine der Seitenwände pochen, und ich werde kommen, dich anzuhören. Nun ſchlafe wohl, du haſt Niemanden auf dieſer Welt als mich zu fürchten, doch ſo lange dein eigen Bewußtſein dich gegen mich