Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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einer Untreue zeiht, ſo lange kannſt du ſorglos und ruhig bleiben!

Der Freigraf war ſchon längſt fortgeſchlichen, als Siegfried ſich noch immer auf dem Lager umher⸗ wälzte. Er konnte, trotz des herzlichen Tones ſeines Gebiethers, doch nicht ohne Beben an ſein Verhältniß zu ihm, denken. So wie er ſich zeigte, ſo hatte Duna ihn geſchildert, aber mit der Warnung: nie zu vergeſſen, daß ein Tirann, ein Heuchler und ein blutdürſtiger Unmenſch hinter dieſer Larve ſtecke; wie war man be⸗ trogen, wenn man dieſer ſchleicheriſchen, täuſchenden Außenſeite Glauben ſchenkte? Doch beſchloß Sieg⸗

fried, um ſeine Stellung zu ſichern und jede Gefahr

während ſeines Hierſeins von ſich abzuwenden, ihm

treu zu dienen, bis höhere Pflichten eintreten würden,

und er durch Muth und Zuverſicht im günſtigen Au⸗ genblicke ſich aus dieſer Verbindung reißen würde. Durch dieſen Gedanken etwas hoffnungsmuthiger gewor⸗ den, ſpiegelten ſich glücklichere Tage, an Roſinen's

Seite, in ſeiner Seele wider; er wollte in einer ein⸗ ſamen Gegend, ferne vom Menſchengetriebe, eine ärm⸗

liche Hütte bewohnen, und nur ſeiner Liebe, ſeinen

Theuern leben. Duna unwillkührlich kam er auch auf ſie zu denken, ſollte dann mit ihm ſein, ſie ſollte, einer greiſen Mutter gleich, von ihm und den Seinen

geehrt und hochgeachtet werden. Seine geſchäftige Phan⸗

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