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31 ſtandhaft ertragen, ich will Herr meiner Gefühle, Herr
meines Blutes werden. Roſina— meine Ro ſina!
wird ſie jetzt wohl meiner gedenken? Ach! daß Duna mir den Weg nach Cirknitz verwehrte; nur einen Augen⸗ vlick lang hätte ich ſie ſehen mögen, nur ein Wort von
ihren Lippen hören, und es wäre mir kein Wunſch mehr
übrig geblieben! Immer matter wurde ſeine Vorſtellung, die Gedanken verwirrten ſich und begannen ordnungs⸗ loſer ſein Hirn zu durchkreuzen— er war entſchlafen und träumeriſche Phantaſien belebten den Scheintodten. Er fühlte ſich gerüttelt, öffnete die Augen, es war Nacht; der Freigraf ſtand mit einer brennenden Lampe an ſeinem Lager. Jetzt, Siegfried— begann der Angekommene — ſind wir allein, und ich will von dir die Wahrheit vernehmen.—
Das ſollt Ihr, Herr! rief der Jüngling;— aber vor Allem erklärt mir, wie es kommt, daß ich noch lebe?—
Ein Wunder, mein Sohn! hat dich gerettet— verſetzte der ſchlaue Heuchler— das Beil des Henkers glitt von deinem Halſe ab, und ich konnte den nicht zum zweiten Male ſolcher Gefahr Preis geben, den die Vorſicht ſelbſt beſchützt, und zu großen Dingen be⸗ wahrt zu haben ſcheint. Jetzt erzähle mir, was du von deinem Leben weißt.
Der Jüngling gehorchte, und that dieß mit einer


