Teil eines Werkes 
2. Bd. (1848)
Entstehung
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leiſe und hohl ſprach, und ſo viel Schwäche an den Tag legte, daß man eher einen ſiechen Greis als einen Mann in den kräftigſten Lebensjahren hätte ver⸗ muthen ſollen, und doch widerſprach das Auge dem Erſteren ganz. Er unterſchied ſich von dem Anderen nur durch eine rothe Binde, welche um die rechte Schulter geſchlungen, an der linken Hüfte befeſtiget war. Waffen waren an ihm keine bemerkbar.

Was giebt es da ſchon in aller Frühe, mein lieber Donari? fragte der Herbeiſchleichende mit ſchwacher Stimme, und blieb, gleichſam um Athem zu holen, ſtehn.

Der Gefragte erzählte, worauf ſich der Andere wieder der Gruppe zu nähern begann.

Was gedenkt Ihr zu thun? fragte er, nach eini⸗ gen Schritten wieder hüſtelnd ſtehen bleibend.

Unſerer Sitte gemäß handeln, Herr Graf! lau⸗ tete die Antwort.

Der Andere blinzelte mit den Augen, und befahl dem Gefangenen die Binde abzunehmen.

Als dieß geſchehen war, taumelte der Arme ei⸗ nige Schritte zurück, denn der Anblick war ganz ge⸗ eignet, Schrecken hervorzubringen. Der finſtre Hof, vor ſich die Kluft, rechts und links die düſteren Ge⸗ bäude, die im Ganzen von Außen eher finſteren Ge⸗

fängniſſen glichen; an ſeiner Seite ein hohes, ſchwarzes