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Leibe wie ein Espenlaub zitterte. Die drei Krieger nahmen den Angekommenen in Empfang, und gelei⸗ teten ihn durch das Vorhaus und den linken Gang in den großen Hof. Die Pforte draußen ward gleich hinter ihnen geſchloſſen. Der Gefangene, eine bejahrte, unterſetzte Geſtalt, unbewehrt, ganz friedlichen Anſe⸗
hens, ſtieß hin und wieder Bitten aus, welche durch 4 das Zähneklappern ganz unverſtändlich blieben, und von ſeinen Wächtern auch nicht beachtet wurden.
Da ſie in der Nähe jenes Abgrundes ſtehen ge⸗ blieben waren, aus dem das Brauſen des Stroms herauf klang, welches daher auch zu den Ohren des Gefangenen drang, ſo vermehrte ſich deſſen Furcht, wo möglich noch mehr, und artete in Todesangſt aus, welche den kalten Schweiß ſchon auf ſeiner Stirne hervor lockte.
Jetzt kam von einer Treppe rechts ein Mann heran, von hoher Geſtalt, ganz wie die Krieger, nur in Sammt gekleidet und mit einem Dolche bewehrt. Er nahte ſich den Beiden, welche den Gefangenen eingebracht hatten, und ein Wink von ihm, bedeutete* ihnen, zu ſprechen.
Die Auskunft war kurz; ſie hatten den Mann in der Wildniß gefunden, und weil ſie bemerkt, daß er einige Male um die Anhöhe geſchlichen, habe er ſich verdächtiget, und ſie hatten ihn feſtgenommen. Dieß


