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von dem ſie den meiſten Schutz zu hoffen hatten. Die Mitglieder dieſes Bundes ſammelten ſich größtentheils aus den Umgebungen der Grafſchaft, aber nicht jeder er⸗ freute ſich dieſer Aufnahme, denn Proben und Prüfun⸗ gen ihrer Liſt, Gewandtheit, Geiſtesgegenwart und haupt⸗ ſächlich einer, an's Thieriſche gränzenden Fühlloſigkeit aller körperlichen Leiden, vermochten erſt nach einem Zeit⸗ raume von mehreren Jahren die wirkliche Weihe des Bundes herbeizuführen. Es waren daher in jeder Graf⸗ ſchaft nur wenige Mitglieder, die meiſten beſtanden aus Laien, die blos Maſchinen, mit der innern Seele des Mechanismus ganz unvertraut waren. Jedem Gaugra⸗ fen— ſo hießen die Befehlshaber der einzelnen Graf⸗ ſchaften— ſtand das Recht zu, wirkliche Mitglieder zu ernennen. Bei den erwähnten Umſtänden konnte es nicht anders kommen, als daß die Theilnehmer des Bundes aus einem Zuſammenfluß ſolcher Menſchen beſtanden, welche mit der menſchlichen Geſellſchaft zerfallen, oder von der Gerechtigkeit verfolgt, oder irgend andern miß⸗ lichen Verhältniſſen, entflohen waren; alſo Miſſethäter, welche nach überſtandenen Probejahren zu herzloſen ent⸗ menſchten Geſchöpfen herabſanken, die ſelbſt unempfind⸗ lich, Niemandens Empfindungen ſchonten; grauſam, blutgierig, barbariſch, jeder Herzensregung entbehrend, Tieger in Menſchenkleidern!
Zur Zeit unſeres Gemähldes hatte dieſer Bund


