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größert wurde. Obwohl ein Stockwerk hoch, ragten ſie doch nicht bedeutend über die Ebene des Hofes hervor, weil der eine Theil unterirdiſch gebaut war. Die Dä⸗ cher bildeten, da die Gebäude einerſeits an die Felswãän⸗ de ſtießen, blos eine ſchiefe Ebene, und waren gegen das Innere des Hofes abſchüßig, wo Rinnen in zwei Ciſter⸗ nen führten, welche wieder in einem Schlund münde⸗ ten, deſſen Tiefe unerforſchlich, ſich durch ein immer⸗ währendes Brauſen bemerkbar machte, welches dumpf herauf drang und den unterirdiſchen Lauf eines reißen⸗ den Stromes bezeichnete. Die Ziegel der Dächer ragten ſelbſt mit ihren höchſten Kanten nicht über die Abda⸗ chung der Felſen hervor, und blieben daher für jedes Auge verborgen, welchem der Eingang durch jenes Thor verwehrt war. Das Innere der beiden Gebäude zerfiel in Kammern, Gemächer, Gänge, Säle, Keller und Kü⸗ chen, ober und unter der Erde, ohne Ordnung wech⸗ ſelnd, bald größer bald kleiner, durchkreuzt und unter⸗ einander geworfen, ein wahrer Irrgarten von einem Aufenthalte, damals von Wenigen der nächſten Umge⸗ gend, und auch von dieſen nur, einer dunklen Sage nach, unter dem Namen:„DerBierbaumer⸗Tabor*) bekannt.
Die Bewohner dieſer Veſte, bildeten einen Staat
*) Die Benennung Tabor verdankt den Huſſiten ihren Ur⸗ ſprung, pflanzte ſich jedoch weiter fort. In Krain giebt es meh⸗ rere Tabor.


