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nem Weibe von dem Ertrage einer hübſchen Landwirth⸗ ſchaft lebte. Unſre Ehe wäre glücklich zu nennen gewe⸗ ſen, aber ſie war kinderlos, und ich verlobte mich zu einer Wallfahrt nach Rom, wenn uns der Himmel mit einem Erben beglücken ſollte, und ſiehe da! es geſchah.
Meine Gattin fühlte ſich Mutter und gebar wirklich im
Jahre 1496 einen Knaben. Ihr werdet Euch erinnern, daß drei Jahre ſpäter eine große Jubelfeier von Seiner Heiligkeit dem Papſte Alera nder ausgeſchrieben war und daß ſich im Herbſte, der Gläubigen eine Menge aus Ungarn, Polen und andern Ländern dahin begeben ha⸗ ben; die Steiermärker ſchloſſen ſich an, und auch ich war dabei, um mein gethanes Gelübde zu löſen. Aber Scander⸗Baſcha ſammelte in Eile bei 8000 leichte Reiter, und überfiel uns bei Görz, der Thürſchwelle Welſchlands, und wie reißende Wölfe mit wehrloſen Heerden, hatte auch er! mit uns leichtes Spiel; die nicht getödet wurden, mußten in die Gefangenſchaft; auch mich traf dies Loos.
Dreizehn ſchwere Jahre zogen mit eiſerner Geiſel über mein Haupt hinweg, dreizehn Jahre, welche den kräftigen Mann zum Greiſe, den geſunden Körper zum ſiechen umwandelten. Es gelang mir mit Gefahr mei⸗ nes Lebens der Sclaverei zu entfliehen, ich kehrte mit freu⸗ digem Herzen heim, da traf mich ein neuer, ein viel härterer Schlag. Mein Weib, über die Trauerbotſchaft
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