makelloſen Ruf ſeiner Familie verdächtigend, oder ſeine ehrgeizigen Plane kreuzend in den Weg, ſo war er bei ſeinem harten Gemüthe, jeder That fähig, die jene entlarven und züchtigen konnte. Der Arzt war alſo der Erſte, welcher dem Grafen offen entgegen kam.
Einige Tage nach deſſen Ankunft ließ er ihn um eine geheime Unterredung erſuchen; die Bitte wurde gewäyrt. Er trat bei dem Grafen ein und ſprach: Ihr werdet erlauben, Herr Graf! daß ich Euch vor Allem mit meinem Stand und meiner Perſon bekannt mache—
Ich kenne Euch ſchon, mein lieber Medikus; verſetzte der Graf lächelnd; Ihr habt meinen Sohn geheilt, ich werde es nicht vergeſſen, doch mag die Krankheit nicht ſehr gefährlich geweſen ſein?
Beim Himmel! rief der Arzt faſt launig, das war ſie nicht, denn wäre ſie es geweſen, ich wäre gewiß nicht im Stande, ſie zu heilen.—
Setzt Ihr ſo wenig Vertrauen in Eure Kunſt? habt Ihr Euer Handwerk ſo ſchlecht gelernt?
Die Arzenei iſt nicht mein Handwerk, erwiederte der Fremde; ich bin ein Krieger wie Ihr, Herr Graf, von edlem Blut wie Ihr; mein Name iſt Franz von Naßenfuß!
Naßenfuß? fuhr Katzianer auf; Einer aus dem Steiermärkiſchen Geſchlechte?
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