Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
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189 ließ das Gemach und ſchlich den Gang hinüber zu Friedrich.

Dieſer lag in tiefem Schlummer, von angenehmen Traumbildern umrungen; Maria's Geſtalt, tauſend⸗ fach verſchönt, umhüpfte ihn wie eine zauberiſche Fee, als das Oeffnen der Thüre ihn weckte, und er diejenige wirklich an ſeinem Lager ſtehen ſah, die ihn ſo eben, aber nur im Traume, umgaukelt hatte. Er erhob ſich erſchreckt. Täuſcht mich nicht ein Geſicht? rief er freu⸗ dig ergriffen; Maria! Ihr ſeid es wirklich?

Vergebt, Herr Graf! entgegnete die Angekommene raſch daß ich Eure Ruhe ſtöre, aber Viel, ſehr Viel, das Glück Eurer Familie liegt in der Wagſchale Ihr könnt mir nicht zürnen! Der fremde Arzt ſinnt darauf, Eurer Schweſter den Untergang zu bereiten, und hat mich zur Vertrauten ſeiner Pläne gemacht; er droht mir, mich durch Verläumdungen aus Eurer Mitte zu treiben, wenn ich ſeinen Wünſchen nicht Folge leiſte; ich wage es nicht, ihm offenen Widerſtand zu biethen, denn Er iſt es, der mich aus unbekannten Gründen verderben will, und deſſen Verfolgungen mich zu dieſer Verkleidung bemüßiget haben!

Verkleidung? rief Friedrich erſtaunt.

Ja, Herr Graf! Euch muß ich es geſtehen, um dem Verdachte eines unedlen Betruges zu entgehen, um mindeſtens Einen Schützer gegen die teufliſche