Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

184 Antwort, ich meine, die Gefahr dürfte, uns Beiden ge⸗ genüber, nicht ſo groß ſein.

Wie meint Ihr dieß? rief Maria, und zündete raſch die Wachskerze an der Lampe, daß das Gemach hell er⸗ leuchtet wurde; verlaßt mich, augenblicklich verlaßt mich oder beim Himmel! Ihr ſollt es büßen!

Wozu dieſe Aufregung, Fräulein? mäßigt Euch, Ihr wißt, ſie könnte ſonſt gewiße Zuſtände veranlaſſen die Euch nicht gar genehm ſein könnten d'rum hört mich ruhig an, bleibt gelaſſen

Maria aber, ohne ihn ausſprechen zu laſſen, rief: Ich, das Fräulein von Ottmitſch habe von dem fremden Arzte nichts anzuhören; Fort! verlaßt mich augen⸗ blicklich, oder ich rufe die Dienerſchaft, und Eure Zu⸗ dringlichkeit ſoll ihren Lohn finden!

Noch eimal, Fräulein! fuhr der Arzt fort, ſeine Geg⸗ nerin zu reitzen, und in eine Stimmung zu bringen, daß ſie ſich ſelbſt durch das Hervortreten des Zeichens ver⸗ rathe ereifert Euch nicht, es könnten gewiße Merk⸗ male ſichtbar werden, die Euch der Lüge, der Heuche⸗ lei verdächtigen dürften.

Maria war auf alle dieſe Angriffe vorbereitet, ſie brachten daher nicht die erwünſchte Wirkung hervor. Meine Geduld iſt zu Ende, entgegnete ſie ernſt und würdevoll, ſchon zu lange habe ich Eure beleidigenden und mir ganz unverſtändlichen Reden angehört; ich gehe