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183 rien beſchäftigten, als ſie eines Abends ganz einſam in ihrem Gemache ſaß. Draußen war eine recht kalte De⸗ zembernacht, ſtill aber ſtreng; die Glut im Kamine ver⸗ breitete eine angenehme Wärme um die Einſame, und überhauchte mild ihre blaſſen Wangen. Es war einer jener Augenblicke, in welchem ſich die Seele gern zu ei⸗ nem Fluge in die Vergangenheit aufmacht, uns zurück⸗ trägt in die verfloſſenen Tage, und die Gefilde noch ein⸗ mal durchwandern läßt, welche wir ſchon durchirrt ha⸗ ben. Maria hatte ſo wenig Freudiges erlebt, daß Rück⸗ erinnerung in ihr mehr Wehmuth als Wonne erregte; ein einziger lichter Punkt erleuchtete ihr Leben, ein einziger Stern war ihr in Roſſinens Liebe aufgetaucht, und dieſer— eine Ahnung in ihrem Innern ſprach es deutlich aus— war bereits untergegangen. Roſinens Bild hatte ſich eben wieder in ihrer Seele belebt, und begann ſich immer lebhafter vor ihrem geiſtigen Auge zu geſtalten, als ſich die Thüre des Gemaches leiſe öffnete, und eine Geſtalt herein ſchlich.
Erſchrocken ſprang Maria auf, zog die Blende der Nachtlampe hinweg, und der Arzt ſtand ihr gegen⸗ über. Ohne ſeine Anrede abzuwarten, begann ſie mit zürnender Stimme: Wie, Herr! Ihr wagt es zu dieſer ungewöhnlichen Stunde in das Gemach eines Mäd⸗ chens zu dringen?—
Vergebung, holde Maria! lautete die ſpöttiſche


