Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
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ja noch dich, und bedarf ſonſt keines vertrauten Herzens!

Die letzten Worte ſprach ſie faſt unter Thränen, ſchlang den Arm um die Freundin, drückte ſie an ſich und hauchte einen Kuß um den andern auf ihre Lippen. Maria's Wangen zündeten von der Glut Hemm a's, ihre Augen verſchlangen die Reize des lieblichen Mäd⸗ chens, welches hingegoſſen an ihrem Herzen lag.

Die trauliche Stille im Gemache, das fühlbare Schlagen und Heben der Bruſt, ſie wirkten elektriſch auf Marienz es begann ſich in ihrem Innern zu re⸗ gen, das Blut jagte durch die Adern, der Athem wurde immer kürzer, eine nie gefühlte Wonne durch⸗ ſtrömte ſie; alle Lebensgeiſter wurden wach, ſüße Schau⸗ er durchbebten ihren Körper, ſie preßte heiße Küße auf Hemm a's Lippen, drückte ſie an ſich, umklammerte ſie ſeſt und innig noch einen Augenblick, und das verkappte Mädchen wäre zum Mann geworden; da tauchte wie mit einem Schlage Roſinen's Bild empor, ein ſchützen⸗ der Engel für Hemma, ein warnender für Marien; dieſe taumelte auf, trug Hemma, welche halb bewuſt⸗ los in ſüßer Wonne ſchmachtete, auf ihr Lager, und ver⸗ ließ ſtürmiſch das Gemach.

Hemma hielt das der Freundin gegebene Ver⸗ ſprechen. Der Arzt, deſſen Lichtkreis Marien's War⸗ nung vernichtet hatte, war nun nichts mehr als ein bö⸗ ſer Menſch, der ſie gewißenlos in's Unglück geſtürtzt

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