Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

178

wird, aus dem du nie wieder das Licht eines zufriedenen Tages zu erblicken vermagſt.

Du kennſt ihn alſo? fragte Hemma erſtaunt.

Maria wurde verlegen, faßte ſich jedoch gleich und verſetzte: Ja, ich kenne ihn, doch nur aus einer einzigen Begebenheit in meiner Heimath. Er verfolgte einen Jüngling, der ihn nie geſehen, nie gekannt, und überlieferte ihn mit falſchen Beſchuldigungen dem Schei⸗ terhaufen. Was vermag man aus dieſer einzigen Hand⸗ lung Anderes zu folgern, als daß ſeinem Buſen ein böſes Herz inne wohne, ein Herz, welches man fliehen und meiden ſoll!

Wäre es möglich? ſtammelte Hemma, ich ſollte mich alſo getäuſcht haben? Ich die im Geiſte in ihm den Inbegriff, den Vereinigungspunkt aller Vollkommenheiten ſuchte? Ach, Maria! du haſt mich ungeſtüm aus einem ſüßen Traume geweckt!

Danke dem Himmel, wenn es mir gelungen iſt, den täuſchenden Glauben noch zur Zeit wanken zu machen; das Unkraut zu vertilgen, ehe es um ſich gegriffen und Wurzel gefaßt.

Marria vermied es ſorgfältig, die unerfahrene Jungfrau über den wahren Zuſtand ihres Herzens zu belehren; ein Funke nur in das aufgeregte Gefühl ge⸗ worfen, das WörtchenLiebe nur ausgeſprochen, hätte