22 Erklärung fragend, an, als ſich die Thüre der Stube öffnete, und der wohlbeleibte Zwickler ſich her⸗ ein ſchob.
Ihr werdet vergeben, meine hochverehrteſte Frau Wirthin,— begann er nach einigen Grüßen— daß ich Euer Zwiegeſpräch mit Eurem kranken Töchterlein ein wenig ſtöre; denn daß das Mädel krank darnieder liege, davon hat uns die alte Hexe— wollte ſagen, unſere bejahrte Wegweiſerin, bereits geſtern in Kenntniß geſetzt, und aus Rückſicht für dieſen unliebſanen Fall, habe ich auch mein gewöhnliches Morgenlied, welches ich immer ganz laut zu trillern pflege, dießmal für mich in der Stille abgeſungen; Ihr werdet aus dem erſehen, daß ich ſo Etwas beſitze, was man Lebensart zu nennen pflegt, und daß ich Rückſichten gegen das ſchwache Ge⸗ ſchlecht nie außer Acht laſſe.
Was wünſcht Ihr nun, gnädiger Herr? fragte Brigitte ſchüchtern.
Was ich mit Euch eigentlich zu beſprechen habe, das ſollt Ihr gleich erfahren, aber vor Allem will ich Euch gebethen haben, daß Ihr mir den„gnädigen Herrn“ aus dem Spiele laßt, denn wenn Ihr dieſen bei mir verſchwendet, ſo bleibt Euch für meinen Junker nichts übrig; und das müßte mir dann ſehr unange⸗ nehm ſein; drum nennt mich glattweg Kajetan oder Zwickler, gleichviel, wie Ihr wollt, und habt Ihr


