Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
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freudetrunken ihr viele herzliche Küße auf Wange und Lippen preßte.

O meine theure Ro ſina! frohlockte die Ma⸗ trone, wie freut es mich, daß du wieder zur Beſinnung gekommen, mich, deine Mutter nun wieder erkennſt! Ach, du warſt ſeit einigen Tagen ganz außer dir, und geſtern Abends ſchon gar, da glaubte ich dich jeden Au⸗ genblick dem Auslöſchen nahe, bis endlich dem Himmel ſei Dank! plötzliche, unerwartete Hilfe gekommen.

Roſina preßte die Hand der Mutter an ihre Lippen. Wo iſt der Vater? lispelte ſie leiſe.

Er iſt in die Stadt gegangen, um Lebensmittel einzukaufen; wir haben ja heute Nacht zwei Gäſte be⸗ kommen, die längere Zeit bei uns verweilen werden

Gäſte? fragte die Kranke erſtaunt.

Es iſt ihnen das Hinterſtübchen eingeräumt wor⸗ den fuhr Brigitte fort doch dieß Alles darf dich jetzt wenig kümmern. Du haſt nur auf deine Erho⸗ lung zu ſehen, daß du bald geſundeſt. O, meine gute Ro ſina! jetzt, da ich ſo nahe daran war, dich zu ver⸗ lieren, jetzt erſt lernte ich den Schatz kennen, den ich in dir beſitze. Ach! wie gerne wollte ich mich ob deiner Rettung vom Herzen erfreuen, wäre ſie nur nicht von einem Weſen ausgegangen, dem ich niemals werde auf⸗ richtig danken können!

Ro ſina ſah die Mutter, eben nach einer nähern