Teil eines Werkes 
1. Bd. (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11 Ihr üben ſollt, und gewiß, Ihr ſollt dafür auch noch andern Lohn ärnten. Höret alſo: Kurz nach Mitter⸗ nacht werden zwei Reiſende an Euer Fenſter klopfen, und Einlaß begehren. Dieſe Fremden nehmt in Eurem Hauſe auf und bewirthet ſie, ſo gut Ihr könnt; was Ihr an ihnen thut, werden Euch die Fremden beſonders lohnen, denn ſie gedenken längere Zeit hier zu verweilenz da ich jedoch weiß, daß Ihr arm ſeid, und gegenwärtig nichts im Hauſe habt, ſo hab' ich auch dafür geſorgt. Im Hofe draußen werdet Ihr einen wohlgepackten Korb finden, welcher für einige Tage genügen wird, indeſſen könnt Ihr aus der Stadt das Nöthige holen. Nun zur Heilung Eures Kindes!

Sie ſchlug den Mantel noch weiter zurück, ein ſchwarzes Kleid ward jetzt ſichtbar, welches ſich eng an den Leib ſchloß; an der linken Seite hing eine braune Ledertaſche, aus der ſie ein Fläſchchen zog. Den Inhalt desſelben goß ſie der Kranken zur Hälfte ein, und über⸗ gab den Reſt an Valentin, mit dem Befehle, ihn in einer halben Stunde der Tochter zu verabreichen. Darauf hüllte ſie ſich wieder in den Mantel, ſchien ei⸗ nige Augenblicke den Athemzügen der Jungfrau zu horchen, nickte dann zufrieden vor ſich hin, und ſprach zu den Eltern: Thut, wie ich befohlen, Ihr ſollt bald wieder von mir hören!

Ein Blitz erleuchtete abermals die Stube, der