den ſtaunenden Eltern: Euer Kind liegt ſchwer dar⸗ nieder, die Kunde davon drang bis zu mir, und ich kam, mich von der Wahrheit deſſen zu überzeugen. Doch der Kunſt und den unſichtbaren Mächten iſt Alles möglich, ſie kann noch geſunden, und mir dürfte das Werk, ſo ich es unternehme, gelingen. Unterbrecht mich nicht, fuhr ſie gegen Valentin beſonders ge⸗ wendet, fort, als dieſer das Wort nehmen wollte— ich weiß, Euer Wunſch war es ſchon längſt, bei mir Hilfe zu ſuchen, aber das Geſchöpf hier, welches Ihr Euer Weib nennt, war dawider.— Verblendete! zürnte ſie gegen Brigitten— wrillſt du dein Kind lieber todt als lebend ſehen, geh'n dir ihre langen Lei⸗ den ſo wenig an's Herz, daß du ſie kannſt auf dem Siechbette wiſſen, ohne Mitleid mit ihrem qualvollen Zuſtande zu empfinden, und ohne von dem Drange beſtürmt zu werden, ſie von dem Uebel geheilt zu ſehen? Doch genug! Ich unternehme die Heilung des Mädchens, aber Eines müßt Ihr mir als Lohn dafür verſprechen.
O Alles! Alles! was Ihr wollt! rief Valen⸗ tin raſch.—
Ja, Alles! beſtätigte Brigitte furchtſam, wenn es nur kein Vergehen, nur keine Sünde iſt.—
Keines von Beiden, fuhr die Sonderbare fort, im Gegentheile, es iſt ein Werk der Nächſtenliebe, das
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