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ſeiner Mutter hatte dieſe zu ſich genommen, auch noch den letzten Reſt der Schulden gedeckt, leider aber zu ſpät, um Paul vor dem beſchämenden Verluſt ſeiner Charge zu bewahren; auch war er durchaus nicht ge⸗ ſonnen, für dieſen noch weiter etwas zu thun, da er ſeinen Leichtſinn ſtreng verurtheilte und an eine Aende⸗
rung ſeines Charakters nicht glauben wollte. Zu ſtolz
zum Betteln, zu feſtgewachſen in militäriſche Anſchau⸗ ungen, um ſich ſo leicht in einen anderen Stand zu finden, ergriff Paul den ihm gezeigten Ausweg, über⸗ zeugt, auf dieſem abenteuerlichen Wege raſch emporzu⸗ kommen. Und nun— war es nicht ſeltſam!— mußte er hierherkommen, nach all dieſen Erlebniſſen, um aus der Hand des ſterbenden Kameraden das reiche Erbtheil und einen Namen zu empfangen für das Weib, das er ſelbſt mit allen Reichthümern überſchütten hätte mögen und das ſich leichten Herzens von ihm abgewandt, da ihm nichts mehr geblieben war als ein paar zur Arbeit ungelenker, aber geſunder Arme.
Wie ſonderbar das Schickſal ſpielte! Jetzt, wo nichts mehr zu ändern war an dem Geſchehenen, ſchüt⸗ tete es Geld und Gut, der Nichte jenes Schurken in den Schoß— Summen, groß genug, um den an dem Glücke eines Anderen begangenen Frevel wenigſtens
materiell zu ſühnen. Ob die Frau des bejahrten 13*


