ſonſt hatte ſie gekämpft und gerungen. Sie war be⸗ ſiegt. Es ſchien ihr, als höre ſie eine leiſe, ernſte Stimme in ihr Ohr flüſtern:„Wer einmal das Glück von ſeiner Thür jagte, bei dem kehrt es nicht zum zwei⸗ ten Male ein. Keine Reue kauft die verlorenen Jahre zurück, das Leben haſt Du mit eigener Hand vernichtet und Deine Seele gemordet. Trümmer bleiben Trüm⸗ mer, Thränen ſind kein Kitt!“—
Es währte eine lange Weile, ehe ſich alle Drei wieder in die Gegenwart fanden. In holder Scham⸗ haftigkeit, als hätte ein Fremder die liebende Jung⸗ frau an der Bruſt eines Mannes erblickt, machte ſich Hanne aus Riedhelm's Armen los. Ihr Blick ſuchte nachdenklich den Boden, dann fragte ſie, ihn wieder voll und feucht zu ihrem Gatten aufſchlagend, mit ver⸗ legenem Zaudern:
„Hermann, haſt Du's auch bedacht?— Ich tauge nicht für Deine Kreiſe.“
Ach, das arme Weib hatte ſich jetzt in einer Mi⸗ nute das Glück eines ganzen Lebens gewonnen, deſſen Duft für immer ihre Seele erfüllte, und ſie fürchtete eine größere Forderung an das Schickſal zu ſtellen. Beſcheiden und demüthig war ſie bereit, nun wieder


